Neue Tools fürs Ehrenamt: Online und Micro-Volunteering mit der ZiviCloud

Hannes Jähnert beim open Transfer CAMP am 17.11.2012 in Berlin

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In der Session von Hannes Jähnert ging es rund um das Thema Ehrenamt und neue Möglichkeiten, dieses zu generieren und zu koordinieren. Als ein praktisches Beispiel zeigte Hannes uns Einblicke in die Welt des für viele Sessionmitglieder noch unbekannten Micro-Volunteering und der Verwendung von neuen Management-Tools fürs Online-Ehrenamt.

 

Micro-Volunteering: Was ist das?

Unter Micro-Volunteering versteht man freiwilliges Engagement im Internet. Die Aufgabenbereiche erstrecken sich dabei vom produktiven Engagement wie Texte schreiben und Grafiken erstellen bis zu beratenden Tätigkeiten wie Pro Bono Mentoring und Coaching. Das Besondere dabei ist, dass diese Arbeit durch die verwendete Technik bequem von zu Hause und mit eigener Zeiteinteilung geschehen kann. Keine Mitgliedschaften bei Organisationen und frei wählbare Verantwortungs- und Gestaltungsspielräume bestimmen diese Form des Ehrenamtes. Das Ehrenamt ist durch seine bequeme Durchführung und flexible Gestaltung mit wenig Aufwand verbunden und bietet somit einen Anreiz für viele neue Zielgruppen. Das Micro-Volunteering kann auch ein Weg für NPOs sein, um neue Mitglieder zu gewinnen: Micro-Volunteering als „Einstiegsdroge“. Ist man erst einmal dabei, kann sich das Engagement steigern und man hat die Möglichkeit, durch höhere Verantwortung seinen Gestaltungsspielraum zu erweitern.

Hannes Jaehnert beim opentransfer CAMP

Die Schwierigkeiten der Koordination des Online-Ehrenamtes sollen Tools wie die „ZiviCloud“ lösen. Das Management des Ehrenamtes war dabei nicht nur in Bezug auf Micro-Volunteering ein wichtiger Bestandteil der Diskussion, sondern wurde auch grundsätzlich als Problematik benannt.

Das Freiwilligenmanagement

Während der Session wurde sehr intensiv über das Thema Ehrenamt diskutiert. Dabei waren hauptsächlich das Freiwilligenmanagement und Überlegungen zur Anerkennung gegenüber dem Ehrenamt die Stoßrichtungen der Diskussion. Das Ehrenamt stellt ein wichtiges Gerüst unserer Gesellschaft dar. Es ist auch ein stetes Wachstum zu erkennen. Jedoch ist nicht jede Form des Ehrenamts ohne weiteres überall sinnvoll. Die gezielte Auswahl ehrenamtlichen Engagements sowie die Verteilung in die richtigen Bereiche oder gar anderen Organisationen ist Aufgabe des Managements. Die Fähigkeiten der Ehrenamtlichen müssen herausgearbeitet und effektiv eingesetzt werden. Dadurch kann der Freiwillige  eine Menge selbst erfahren und Verantwortung übernehmen. Um Interessens- und Generationskonflikten die Stirn zu bieten, ist eine ständige Festlegung der Ziele und Visionen wichtig, die gerne auch in schriftlicher Form erfolgen kann. Das Management stellt sich zwar als eine weniger glamouröse, weil nicht im „Blattwerk“ des Engagements sichtbare, jedoch notwendige Aufgabe heraus.

Anerkennung des Ehrenamts

Die angemessene Anerkennung des Ehrenamts war der zweite Schwerpunkt der Diskussion. Diese ist ein notwendiges Kriterium für effektive ehrenamtliche Tätigkeiten. Die Organisationen müssen versuchen, positives Feedback aus der Zielgruppe, also den Menschen, denen geholfen wird, zu ermöglichen. Vorschläge, dem Ehrenamt durch Geschenke wie Konzertkarten etc. einen geldlichen Wert beizumessen, wurden von den Sessionmitgliedern äußerst kritisch gesehen. Eine Wertschätzung des Tuns wäre ein bedeutender Schritt und scheint leider in der Realität oft nicht vorhanden zu sein.

Wie ist die Anerkennung des Ehrenamtes durch Sachgeschenke zu sehen? Ist es sinnvoll, z.B. Konzertkarten an ehrenamtlich Engagierte abzugeben?

 

Protokoll: Matthias Drabsch

 

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Foto: Holger Groß

 

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